Wie bin ich zum Segeln gekommen?
Diese Frage wird mir immer wieder gestellt. Ich bin ja in einem Voralpen-Kanton, in "Appenzell-Ausserrhoden", aufgewachsen. Wir bewegen uns hier auf 500 bis 2'500 m.ü.M. Der Yachtsport wird in unserer Nähe auf dem Bodensee betrieben. Ich habe mit ca. 25 Jahren den A-Schein für Binnengewässer erworben und gleich anschliessend den B-Schein für die Hochsee absolviert. Nach bestandener Theorieprüfung mussten noch 1'000 SM in Begleitung eines erfahrenen Skippers absolviert werden. Ich bekam dann 1987 den B-Schein ausgehändigt.
Mich faszinierten Segelschiffe schon als Kind. Ich war immer gerne am See und schaute den Booten zu. Ich war angetan von der Technik und der Möglichkeit nur mit Windkraft vorwärts zu kommen. Noch heute ist einer meiner liebsten Beschäftigungen durch den Hafen schlendern und Schiffe gucken! Der Landwirt, der Alpinist und der Seemann, so unterschiedlich sie sind, so haben sie doch einiges gemeinsam. Sie arbeiten draussen, sind Wind und Wetter ausgesetzt, arbeiten mit Leinen und deren Technik und wissen, dass sie niemals gegen die Naturgewalten von Wind und Wetter ankämpfen sollten, wenn sie sich nicht in Gefahr bringen wollen.
Meine ersten Segeltörns auf dem Meer fuhr ich 1984 in den Balearen (Mallorca, Ibiza, Menorca); 1987 auch im Mittelmeer (Elba, Korsika, Giglio und Capraia); 1988 in den Stockholmer Schären (Bullandö, Aaland - Mariehamn); 1996 Dänemark (Heiligenhafen, Klintholm, Smalandfahrwasser, Marstal); 1996 Schwerwettertraining mit der Hochseeyachtschule Nordsee im Oktober (Cuxhafen, Helgoland, Bremerhaven). Ich war auch sehr oft am und auf dem Bodensee als Segellehrer für meinen besten Segelfreund Adrian Hummer, von der Segelschule Crazy-Lobster GmbH.
Mein erstes Schiff
Es gab eine Phase in meinem Leben, wo ich dachte, dass ich nie eine Familie haben werde. Damals reifte deshalb der Gedanke selbst eine Segelyacht zu bauen. 1987 bekam ich von Kurt Reinke die Pläne und die Baulizenz für den Bau einer Reinke 10 M in Stahl, Baunummer 133. Den Stahlrumpf liess ich bei Benjamins in Emden bauen und er kam mit der Bahn in die Schweiz. Auf dem Gelände des Schlachthofes Rorschach fand ich einen guten Platz um den Rumpf in den kommenden Jahren auszubauen. 1994 erfolgte die erste Einwasserung in Romanshorn am Bodensee. Da ich nicht am See wohnte, war es für mich ausserordentlich schwierig einen Bootsplatz zu bekommen und ich hatte immer nur befristet und mit der Ausnahme der Ausnahmen einen Platz, manchmal und manchmal eben auch nicht. In der Zwischenzeit war ich aber verheiratet und stolzer Vater von zwei Kindern und war zunehmend zeitlich überfordert. Da der Wunsch nach einem Eigenheim auch noch immer stärker wurde, habe ich mich dann entschlossen, die PRIMA 1994 zu verkaufen. 2015 hatte ich noch die Gelegenheit, meine PRIMA nochmals zurückzukaufen. Nach der Besichtigung musst ich mir aber eingestehen, dass es durch viele für mich unpassende Veränderungen, nicht mehr "mein Schiff" war.

Die Prima 2015 - war ursprünglich schwarz und hatte eine reffbare Baumfock.


Warum Dänemark und die Ostsee
Im Allgemeinen sind die Schweizer Bootssportler eher nach Süden orientiert und bevorzugen das warme Mittelmeer. Die Anreise ist mit 700 km auch um 300 km kürzer als die Ostsee. Ich war mit 17 Jahren zum ersten Mal in Dänemark und in Norwegen. Ich hatte damals die einmalige Gelegenheit am World-Jamboree (Welt-Pfadfinderlager) teilzunehmen. Zuerst war ich eine Woche in einer Gastfamilie in Haslev auf der Hauptinsel Seeland und anschliessend noch 10 Tage im eigentlichen Lager in Lillehammer in Norwegen. Es war ein unvergessliches Abenteuer!
Nach meinen beiden Törns in Schweden und Dänemark buchte ich 2013 - 2015 immer wieder Törns bei AEBC Yachtcharter auf Aerö. Werner zeigte uns den Reiz und die Schönheiten der "Dänischen Südsee". So lernte ich Dänemark immer besser kennen und erkannte die tollen Segelmöglichkeiten in diesem unglaublichen Segelrevier. Als Werner mir mitteilte, altershalber mit den Törns aufzuhören und die Boote verkaufen zu wollen, machte ich mir natürlich meine Gedanken! Ich war der erste Käufer und hatte noch die Auswahl. Die kleinere Vita, eine Van de Stadt 30, war zuerst der Favorit. Werner empfahl mir aber die SIF, mit der ich schon zwei Törns gefahren bin und recht gut kannte. "Mit der Grösse wirst Du schon zu recht kommen, das ist reine Übungssache!" - wie Recht er hatte. Als ich im Oktober 2015 die SIF, zusammen mit meinem Sohn Raffael, nach Augustenborg überführte und ich dem Hafenbetreiber Anders Dahl die Geschichte erzählte meinte er nur: "Gell, manchmal muss man seine Träume einfach umsetzen, sonst macht man es nie mehr!" - Auch er hatte natürlich völlig recht.
Segeln ist hier im Norden noch Volkssport. Jeder "Böötler", Motor- oder Segelboot, ist Wassersportler und man steht sich mit Rat und Tat zur Seite. Ich durfte in den letzten Jahren nur positive Erfahrungen sammeln. Das Revier ist riesig. Dänemark alleine besteht aus 400 Inseln. Schweden und Deutschland liegen im die Ecke und Norwegen oder Polen ist auch nicht weit. Wer mehr Zeit hat findet den Weg auch nach Finnland und in die baltischen Staaten. Zudem ist hier, im Gegensatz zum Bodensee oder auch zum Mittelmeer, dieser schöne Sport noch bezahlbar. Mit dem Betrag, welcher ich als Auswärtiger am Bodensee für einen Liegeplatz pro Jahr bezahlen musste, finanziere ich hier ein ganzes Jahr, inkl. Winterlager und Ein- und Auswassern. Die durchschnittliche Gast-Hafengebühr beträgt 20 -30 CHF pro Nacht für eine 10 m Yacht. Die allermeisten Häfen verfügen über eine sehr gute Infrastruktur. Saison ist ab April bis Ende Oktober. Der Juli ist sehr stark frequentiert, da dann die Deutschen, und die Skandinavier alle Ferien haben.



Einhandsegeln
Ich habe mich von Anfang an auf das alleine segeln eingestellt. In der Seemannssprache heisst es Einhandsegeln. Für das Schiff steht eine Hand zur Verfügung und die andere Hand ist für sich selbst. Mein Schiff ist dafür ausgerüstet und ich habe mir alle erdenklichen Manöver durch den Kopf gehenlassen und in der Praxis geübt, dass ich alleine klarkomme. Aber wie es beim Segeln meistens ist - es kommt sehr oft anders als geplant! Man bereitet sich also immer auf alle möglichen Szenarien vor. Eine gute Sitte in den Häfen ist, dass man einander beim Anlegen hilft. Ich fahre deshalb auch den "Zahlenwimpel 1" (Japan-Flagge) am Achterstag und gebe mich so als Einhandsegler zu erkennen, der dankbar für Hilfe ist. Dies ist aber keine offizielle Signalisation sondern stammt von einem Yachtjournalisten aus den Niederlanden, der das so inoffiziell eingeführt hat.
Alleine sein beim Segeln macht mir wenig aus. Selbstverständlich ist es auch schön, wenn man die Erlebnisse mit seiner Liebsten oder einem Segelpartner unmittelbar teilen kann. Auf dem Boot gibt es immer was zu tun. Man hat viel Zeit für sich und seine Gedanken. Es ist eine Art Mikrokosmos für den man zu 100% verantwortlich ist und einem das Fortkommen und das Überleben sichert. Es mag nur wenige unbedeutende Fehler vertragen. Die Welt wird klein und übersichtlich und die Eigenverantwortung ist hoch. Das mag ich, ich kann mich so absolut auf mich selbst konzentrieren und das erfüllt mich mit Glück. Das heisst aber nicht automatisch, dass ich ein Egoist bin, aber zuerst kommt halt immer das Boot, es ist die Lebensgrundlage. Glück kann man aber verdoppeln, indem man es mit jemandem teilt.
Einen rechtlichen Aspekt hat die Einhand-Segelei aber leider auch noch. Grundsätzlich sollt immer jemand "Ausguck" halten auf einem Schiff. Wenn man alleine unterwegs ist, ist es leider nicht möglich, diesem Anspruch immer gerecht zu werden. Irgendwann muss man mal unter Deck, Essen kochen, Toilette oder auch ein Power-Nap von 20 Min. bei Nachtfahrten. Gute Vorbereitung ist alles, um die diese Zeiten möglichst kurz und sicher zu gestalten.
Ein sehr bekannter YouTube-Segler, Mike Peuker, er war vorher Pilot, hat letzthin ein interessantes Video zur Einhand-Vorbereitung veröffentlicht. Ganz allgemein kann ich sagen, dass mir seine Einstellung und Philosophie zum Segeln sehr gefällt. Seine erste Yacht war eine Van de Stadt 30 (Jega 30) von Werner (siehe unter Informationen - Geschichte).
Törns 2024
Törn 1, 13. Mai bis 09. Juli - Oslo und Kopenhagen
Auch dieses Jahr werden wir wieder in See stechen. Geplant ist eine Reise von Augustenborg DK, entlang der Westschären SE nach Oslo NO und via Kopenhagen DK wieder zurück nach Augustenborg.
Start ist am 14. Mai 2024 und die Ankunft in Oslo ist auf den 02. Juni geplant. Die Strecke bis nach Oslo werde ich einhand segeln. Meine liebe Freundin Maria-Antoinette wird dann am 03. Juni in Oslo an Bord kommen und mich bis Kopenhagen, wo wir am 24. Juni ankommen wollen, begleiten. Sie wird dann am 27. Juni von Kopenhagen wieder nach Hause fliegen und ich werde mit der Sif dann noch einhand in meinen Heimathafen Augustenborg zurück segeln.
Teilstrecken auf der Karte:
- schwarz: Augustenborg - Oslo / einhand, 430 sm, 19 Tg. 18 segeln, 24sm/Tg.
- rot: Oslo - Kopenhagen / zu zweit, 340 sm, 25 Tg. 19 Tg. segeln, 18 sm/Tg.
wir haben auch je 2 Tage Städtebummel in Oslo & Kopenhagen geplant
- grün: Kopenhagen-Augustenborg, einhand, 210 sm, 10 Tg. 9 Tg. segeln, 23/Tg.

Mittwoch, 15.05.24
Der erste Tag, der Einstieg sozusagen, ist geschafft. Knapp 40 sm in 8 Stunden. Ich bin um 06.40 in Augustenborg gestartet und 8 h später im Yachthafen von Middelfart eingelaufen. Es ist sonnigstes Wetter und über 20 Grad warm! Der Wind bot alles, von 10 bis 26 Knoten in Böen! Ich habe zwei Mal gerefft und wieder aus-gerefft und immer zwischen 4.5 und 6 Knoten gelaufen. Die Spitze war einmal 7.8 Knoten. Es ist aber schon erstaunlich, dass man zu Beginn immer wieder die gleichen Fehler macht wie im Vorjahr oder früher. Es braucht einfach seine Zeit, bis der Segelalltag wieder Einzug hat und sich eine gewisse Routine einstellt.
Donnerstag, 16.05.24
Wieder einmal etwas auf die Mütze gekriegt! Aber der Reihe nach. Gestern Abend überlegte ich mir noch, in Middelfart zu bleiben und einen Hafentag einzuschalten, denn Windstärke 6-7 sucht man nicht wirklich. Ich bin es ja mittlerweile gewohnt bei 20 oder auch 25 knoten Wind zu segleln, zumal sonnigstes Wetter herrscht! Aber das Kriterium war einmal mehr nicht der Wind sondern die Welle und auch zusätzlich auch noch die Strömung. Die Durchfahrt Middelfart war bei sehr moderaten Winden in 90 Min. geschafft. Das Ziel Tunö musste ich dann aber schnell aufgeben. Die Strömung und der Wind gegen mich und eine Welle von 1-2 m verunmöglichten ein hoch am Wind segeln. Ich hatte permanent 20-25 kn Wind gegen mich. So quälte ich mich noch mit Motor bis Juelsminde. Ich werde morgen nun einen Hafentag einschalten da der Wind zwar abnehmende Tendenz hat aber auch Morgen wird die unangenehme Welle, nach nun 4 Tagen Starkwind aus Ost, noch gegen meinen Kurs stehen. Mein neues Ziel für den Samstag ist Märup auf Samsö. Es ist ja Pfingstsamstag! Erinnerungen werden an letztes Jahr wach, wo ich am Pfingstsamstag in einen völlig überfüllten Hafen auf Tunö einlief - nicht nochmal bitte!
Freitag, 17.05.24
Heute war Hafentag!! Ich musste mich mal erholen vom "Schrecken" des letzten Tages. Der Wind war heute Morgen immer noch sehr stark, bis 6 Bft. und die Wellen waren natürlich immer noch da, das geht seine Zeit bis sich die See wieder etwas beruhigt. Heute Abend war alles moderater und auf Morgen stehen die Zeichen sehr gut. Fair Winds und deutlich weniger Welle.
Hafentage sind zum reparieren da! Halb so schlimm - ich habe nur ein paar Optimierungen gemacht für das Einstellen des neuen Vorsegels, den Autopiloten und den Heckanker. Einkaufen war auch noch angesagt. Gestern Abend ging noch die angefangene Gasflasche aus, genau zur rechten Zeit. Ich habe die volle Reserveflasche angebaut und und eine neue Reserve geholt beim ansässigen Marine-Händler.


Samstag, 18.05.24
Die Entscheidung einen Tag zuzuwarten war richtig. Die Fahrt nach Märup war ein richtig schöner Segeltag. Der Wind kam zwar von vorne und ich musste ein paar Schläge aufkreuzen. Die Distanz war ja nicht riesig. So wurden aber aus den geplanten 20 neu 30 sm. Märup war ei neuer Hafen für mich und eine Entdeckung und Überraschung. Wenig Gäste, viele freie Plätze, ein niedlicher Kleinstort mit ein paar wenigen Häusern und einem Hafen. Auch das gute Hafenrestaurant hebe ich mit Erfolg ausprobiert. Das Lachsfilet war hervorragend! Zwei ältere Männer halfen mir beim Anlegen. Das rote Schild habe keine Bedeutung und sie drehten es auf grün.
Sonntag, 19.05.24
Der Schlag nach Grenaa war leider nicht so toll. Das Wetter war sehr sonnig und der Wind mit 5-15 kn auch sehr moderat. Am Morgen konnte ich eine Stunde, ca. 4 sm segeln aber dann war der Wind für den Rest des Tages gegen mich und kam genau aus der Richtung meines Zieles. Als Motor an und es wurde ein Motorentag. Grena besuche ich schon zum dritten Mal. Es ist halt an dieser Küste der einzige Hafen und dient so für viele Segler als Durchgangshaven von Norden gegen Süden oder umgekehrt und als Sprungbrett für die Inseln Anholt und Laesö oder direkt nach Schweden. So ist es nun mal auch für mich, mein Ziel ist Morgen Anholt und dann ein sehr grosser Schalg nach Göteborg bzw. nach Vrängo, eine vorgelagerte Insel.
Montag, 20.05.24
Die Überfahrt von Grenaa nach Anholt verlief Problemlos. Es waren ca. 25 sm, leider unter Motor. Der Wind hat leicht gedreht und somit hatte ich auch heute Gegenwind und erst noch sehr schwach, so dass ein Aufkreuzen sich nicht lohnte. Anholt hat, trotz Pfingstwochenende, sehr wenig Besucher bzw. Boote z.Z. Ich konnte den Liegeplatz auswählen und sogar längsseits festmachen. Im Hochsommer kann man hier fast trockenen Fusses den Hafen überqueren! Anholt wetteifert mit Bornholm um den Titel der sonnenreichsten Gegend von DK. Anholt war heute auch wieder sehr schön und sehr warm für die Jahreszeit. Die Leute badeten und sonnten sich am Strand und ich kam beim Anlegen ganz schön ins Schwitzen!
Dienstag, 21.05.24
Die Überfahrt von Anholt nach Donsö ist ein sehr grosser Schlag von 50-55 sm. Für einen Tag recht viel. Ich startete bereits um 05.00 Uhr bei Sonnenaufgang. Die Bedingungen waren anfangs recht ruppig mit 6 Windstärken, 1.5 m Welle und alles hart am Wind. Die Tendenz war aber abnehmend und nach dem Mittag sogar kein Wind mehr. Ich kam bei diesen Bedingungen am Morgen sehr gut vorwärts und lief permanent über 6-7 Knoten. Der Wind drehte dann leider gegen Mittag wie vorhergesagt gegen Norden und nahem rapide auf 2 Windstärken ab. Als musste ich den zweiten Teil leider wieder Motoren. Ich aber nach guten 11.5 Stunden in Donsö an. Ich wollte eigentlich einen anderen Hafen ansteuern aber ich habe in dem Insel-Wirrwarr doch tatsächlich die Abzweigung verpasst! :) Erstaunlicherweise war ich nicht so müde wie befürchtet und war am Ziel recht zwäg. Deshlan ging es am Morgen schon wider weiter!
Donso ist eine Insel vor Göteborg gelegen mit guten Fährverbindungen in die Stadt, zum arbeiten oder einkaufen. In Donsö ist man übrigens mit dem Fahrrad oder mit einem Elektromobil unterwegs. Nur Handwerker oder Dienstfahrzeuge motoren. Am Fähranleger gibt es die entsprechenden Parkplätze.
Mittwoch, 22.05.24
Von Donso ging es weiter nach Norden, nach Marstrand. Das ist das Seglerzentrum an der Westküste Schwedens mit viel Platz für Boote und jährlichen internationalen Regatten. Jetzt ist kaum was los und ich konnte den Platz aussuchen. Ich musste zum ersten Mal alleine in einen Platz mit einem kleinen Seiten-Schwimmsteg fahren und das bei 15 kn Seitenwind. Es hat aber besser geklappt als befürchtet. Die Fahrt durch die Inselwelt vor Schweden ist sehr schön, man muss sich aber erst daran gewöhnen sich anhand der Karten und des Plotters zurechtzufinden. Ich hatte sogar nach Halbzeit noch den Mut die Foch zu setzen und so gegelte ich entlang der vielen Inseln in gemütlicher Fahrt gegen Norden. Einmal wurde es dann aber so richtig eng! Zwei Boote konnten sich gerade so noch kreuzen! Schaut euch die Fotos an! Der heutige Tag war der Hammer und vielleicht der schönste bis jetzt.
Es ist bei Windstille übrigens sommerlich warm zurzeit. Ich hatte heute Abend 26° im Schiff, um 18.00 Uhr
Da war nicht mehr viel Platz bei der Durchfahrt. Selbst die Einfahrt musste ich fast suchen.


Donnerstag, 23.05.24
Von Donsö weiter nach Gullholmen, vorbei an pittoresken Weilern und Dörfchen entlang der Wasserwege durch diese Inselwelt. Der Wind blies stark heute Morgen. Trotzdem versuchte ich ein wenig zu segeln, was auch gelang. Wenn es zu eng wurde fuhr ich mit dem Motor. Dann hatte ich noch eine Schreckminute. Ich dachte nicht mehr daran, dass die Karte meines Plotters in dieser Region zu Ende ist und ich einen neuen Chip eilegen muss für die neue elektronische Karte. Plötzlich war nur noch grau auf dem Bildschirm! Wo ist der Chip? Jetzt geht es nicht - zu viel Wind, es ist hier zu eng um beizudrehen...! Auf dem Handy und dem Tablet habe ich glücklicherweise ein zweites Navigationsprogramm eines anderen Kartenherstellers, welches jetzt schon bis Oslo reicht -also Handy an, Tablet holen und einstellen, Gesichtserkennung kennt mich nicht usw...! Na ja, es gelang dann irgendwie und Papierkarten habe ich ja auch immer im Cockpit - die versagen nie! Wie sich im Nachhinein herausstellte wäre es sehr einfach gewesen, denn mein Plotter kann zwei Chips gleichzeitig aufnehmen und verarbeiten!
Die 20 sm waren bis um 14.00 geschafft. Das längsseits Anlegen verlief eigentlich gut, wenn da nicht ein Metallbolzen vorgestanden wäre, der Einzige auf 60 m, und ich habe ihn getroffen. Wieder etwas zum schleifen, spachteln und malen im Herbst!

Freitag, 24.05.24
Am Freitag gab eine kurze Fahrt von Gullholmen nach Smögen. Die etwa 12 sm waren schnell motort, da der Wind wider mal fast ausschliesslich von vorne kam. Aber Smögen wollte ich sehen - es soll das "Monte-Carlo" der Westküste sein. Na-Ja, es war einmal ein schönes altes Fischerdorf und heute sind aus den Holzhäuschen Läden, Bars und Beizen geworden. Im Juli und August ist es hier völlig überfüllt und richtig was los mit Musik bis in die Morgenstunden - wems gefällt. Ich denke kann man mal gesehen haben aber muss nicht. Jetzt hatten erst einzelne Läsen offen eun ein paar Restaurants. Es ist aber ein hübscher Ort. Leider hat man auf der anderen Seite der Bucht Ferien- und Eigentumswohnungen gebaut, welche auch Liegeplätze beanspruchen. So gibt es für Gäste halt nun weniger Möglichkeiten. Es hat aber jetzt so wenige Böötler unterwegs, dass ich problemlos einen Platz bekam.

Samstag, 25.05.24
Heute hatte es keinen wind, dafür aus allen Richtungen! :) Wieder motoren von 14 sm durch ein weiteres Schmuckstück meiner Fahrt. Der Sotenkanal und der Hamburgsund. Der Sotenkanal wurde von arbeitslosen Steinmetzen ca. 1930 im staatlichen Auftrag gebaut. Als er fertig war, war er für die Frachtschifee schon wieder zu klein. Heute wird er jährlich von bis zu 40'000 Sportboote als geschütztes Innenfahrwasser genutzt. Es hat eine Brücke, die geöffnet werden muss. Man muss ein Schallzeichen mit dem Nebelhorn geben. In der morgendlichen Stille getraute ich mich kaum. Ich musste auch nicht, der Brückenwärter öffnete mir auch so. Der Ort am glöeicnamigen Sund Hamburgsund ist ein kleiner Ort mit guten Versorgungsmöglichkeiten. Der Supermarkt ich gleich beim Gästehafen. Ich bleibe hier zwei Nächte. Ich möchte mal ausruhen und ausschlafen. Ein bisschen haushalten, waschen und Schiff putzen und ein paar Kleinreparaturen stehen auch noch an. Mal alles ordentlich durchlüften.
Schallsignale:
- Nordwärts: - - .
- Südwärts: - - . .

Sonntag, 26.05.24
Heute war wieder einmal ein Hafentag. Ausschlafen, Duschen, Einkaufen, Schiff putzen (innen) und ein paar kleinere Reparaturen. Ferien sozusagen! Morgen gibt es nun, nach drei kleineren Etappen, eine grössere Strecke von ca. 25 sm. Das sollte ich in so 7 h schaffen. Das Ziel ist Strömstadt. Von dort ist es dann nicht mehr weit bis zur NO-Grenze. Ich bin genau im Zeitplan, den ich mir vorgenommen habe. Das wetter wird aber im Moment eher schlechter, immer mal wider ein wenig Regen. Es wird sicher nochmals einen Hafentag geben bis ich in Oslo bin. Das ist aber kein Problem, ich habe 3 Reservetage eingeplant.

Montag, 27.05.24
Wieder mal eine längere Etappe von 25 sm nach Strömstad ist angesagt. Das ist der letzte grössere Hafen vor der norwegischen Grenze. Der Tag begann ruhig, mit wenig Wind und gemütlichen Segeln bei Sonnenschein. Es waren aber für den Nachmittag Regenschauer angesagt und evt. Gewitter. Und so kam es dann auch. Ich kam in ein kurzes aber heftiges Gewitter mit starken Regenschauern. Der Wind kam dann leider von achtern (hinten) und es regnete in mein Cockpit bis unter die Sprayhood. Diese nützte natürlich bei diesen Verhältnissen wenig. Alles wurde "seich-nass"! Glücklicherweise war ich auf alles gut vorbereitet. Alles war soweit geschützt ausser - ich hatte statt Stiefel Turnschuhe an - na ja es kann ja wieder trockenen! In Strömstad lag plötzlich eine grosse Segelyacht unter CH-Flagge neben mir (hatte geschlafen). Berndt, ein Deutscher der im Aargau wohnt ist nun pensioniert und er hat das Schiff neu erworben und will nach Norwegen. Ein freundlicher Kerl - es war ein netter Schwatz. Er musste sich in den Hafen schleppen lassen, da ihm der Diesel ausgegangen ist. Die neue Tankanzeige stimmt nicht, sie zeigte immer noch 100 l an! Morgen ist wieder Schwachwindig und ab Mittag leichte Regenschauer - ich hoffe keine Gewitter. Ich Motore deshalb nach Fredrikstad NO. Dann gibt es wieder eine neue Gastlandflagge !!

Dienstag 28.05.24
Auch heute wieder einen Schlag von 24 sm nach Fredrikstad NO. Ich überquerte heute die Grenze zu Norwegen und hisste die Norwegische Gastlandflagge! Heute war kein Wind angesagt und so war es auch. So schnurrte mein Diesel 5 Stunden mit 2000 U/M Richtung Norden. Ich war bereits um 14.00 h im Hafen. Das angesagte Gewitter mit Regen kam später und ich war früher und so schiffte es erst am Abend als ich längst im Hafen lag. Fredrikstad ist jetzt nicht das Traumziel, eine Stadt wo halt auch gelebt und gearbeitet wird und nicht nur Postkartenidyll herrscht. Es hat hier viele Werften, grössere und kleinere Häfen und Werkstätten. Fredrikstad liegt am Flusslauf der Glomma, etwa 4 sm landeinwärts. Es ist natürlich dadurch ein sehr sicherer Hafen. So hotte ich noch etwas Zeit einzukaufen und machte mir einen frischen Kartoffelsalat mit Würstchen! Es war lecker!! Der Hafen ist relativ neu und etwas speziell, aber ich habe was ich brauche und die Einkaufsmöglichkeiten sind gut. Ich kämpfe immer etwas mit dem Internet. Denn viele Häfen haben entdeckt, dass man teure Hafenmeister oder unterhaltsträchtige Bezahlautomaten durch das WEB ersetzen kann. So muss man sich irgendwo einloggen, anmelden, alle Daten hinterlegen und mit Kreditkarte bezahlen. Natürlich ist es in jedem Land anders. Ich hatte mich gerade an das Schwedische System gewöhnt kommt nun wieder etwas Neues! Aber irgendwie und mit "sibe Flüech" geht es immer!

Mittwoch, 29.05.2024
Das wichtigste Heute ist: Saskia feiert ihren 2. Geburtstag!
Es war für mich entgegen den Erwartungen ein ausgesprochen guter Segeltag. Nachdem ich aus der Flussmündung von Fredrikstad herausgekommen bin und in den Oslofjord einbiegen konnte hisste ich die Segel. Ich konnte mit raumem Wind bis vor die Hafeneinfahrt von Moss segeln, immer mit 3.5 bis 5 kn - völlig entspannt bei recht sonnigem Wetter. Der Gästehafen von Moss liegt in einem kleinen Kanal wo man Längsseits gehen kann. Der Ort scheint recht gemütlich und gepflegt. Es hat auch einen "Vinmonopolet"-Laden, ein staatlicher Monomolladen, wo man Alkohol über 4.5 % kaufen kann. Mein Weinvorrat geht zu Ende und eine Flasche Schnaps wäre j auch nicht schlecht! Ich mache hier einen Hafentag, da es morgen regnen soll und das tue ich mir nicht an. Am Freitag gibt es dann eine kurze Etappe hoch nach Son. Am Samstag ist die Ankunft in Oslo geplant.

Natürlich durften die Geburtstagswünsche für Saskia nicht fehlen. An ihrem Festli am Sonntag werde ich versuchen per Telefonvideo life dabei zu sein!
Donnerstag, 30.05.24
Hafentag! Diese Pause war genau richtig! Heute war eine Regentag wo Niemand raus sollte! Ich habe gebastelt (Reparaturen) gewaschen und bin einkaufen gegangen. Den Vinmonopolet habe ich gefunden! Er ist in einem Einkaufszentrum wo gerade auch Lebensmittel zu finden waren und nur 10-15 zu Foss vom Boot. Die Bedienung im Vinmonopolet war sehr freundlich und die Auswahl. beeindruckend. Die Weinpreise sind moderat aber die harten Sachen schlagen dann schon noch zu Buche!!
Freitag, 31.05.35
Um 0.800 ging es in Moss wieder los - nach Son. Ein kurzer Schlag von ca. 13 sm. Leider ist Gegenwind angesagt und ich rechne damit alles motoren zu müssen. In der Hafenausfahrt herrschte wieder viel Verkehr, ein Frachter und zwei Fähren musst ich im Auge behalten! Anfangs war unter Segel noch ein Amwind-Kurs möglich. Nach der Wende drückte dann aber noch zusätzlich ein Nordstrom von 1 kn gegen mich und mit aufkreuzen war vorbei - es war nur noch treten vor Ort. Also doch wider die Maschine an. Son ist ein sehr hübscher Ort mit 3 Yachthäfen, ein richtiges Segelzentrum. Hier gefällt es mir und ich werde Son sicher auch auf dem Rückweg mit MA nochmals besuchen. Ich kann hier auch tanken, jetzt oder auf dem Rückweg. Freie Liegeplätze für Gäste hat es im Moment mehr als genug, man kann wählerisch sein. Ich denke im Sommer ist da hier voll-voll! Morgen fahre ich früh los, damit ich auch früh in Oslo bin. Im Zentrumshafen "Aker-Bryggen" kann man nicht reservieren und es ist Weekend. Mal sehen ob ich einen vernünftigen Platz bekomme. Zudem sind am späteren Nachmittag Gewitter zu erwarten. Ich freue mich sehr auf Oslo - ein (Traum-) Ziel erreicht und MA kommt ein Bord, zudem ein paar Tage Segelpause sind auch gut. Ich werde mich häuslich einrichten und die Kuchenbude aufbauen etc.
Samstag, 01.06.24
Die Fahrt von Son nach Oslo verlief wenig spektakulär. Ich legte bereits um 06.00 ab, da auf den Nachmittag Gewitter angesagt waren. Windstärke 1-0, das heisst Motor an. Ich war bereits um 12.30 in Oslo in der "Aker-Brygge-Marina". Mitten im Zentrum aber etwas teurer, das stimmt. Dafür ist in den CHF 50.- pro Tag alles inkl. Dusche, WC, Strom, Wasser, Waschmaschine und Tumbler - und ich brauche auch alles!! Ich habe an der Aussenseite der Schwimmstege festgemacht. In der Marina war es total voll. Wochenende und 26° warm, die Menschen waren auf den Booten und am und im Wasser! Am Montag, 03.06.24 kommt mein Schatz MA an Bord! Ich freue mich sehr. Wir geniessen dann noch 2 Tage Oslo und dann geht es südwärts nach Kopenhagen.

Sonntag, 02.06.24
Heute ist Hafentag und Bootsinstandstellung. Ich will ja, dass am Montag, wenn MA kommt, alles tip-top ist!
Rechts: Liegeplatz an der Aussenseite . Der Wechsel war dringend nötig, denn der Wind war am Dienstagnachmittag nochmals stärker und wir konnten ruhiger schlafen obwohl der Schwell auch im Innenbereich gut spürbar war, denn der Hafen besteht nur aus Schwimm-Pontons.

Montag, 03.06.24
MA kommt an Bord. Sie wird um ca 17.30 in Oslo ankommen. Es hat soweit alles geklappt und wir haben uns gefunden!! Koffer kurz aufs Schiff gebraucht und dann gut essen gegangen. Ich habe aus Bequemlichkeit das Boot an der Aussenmole des Hafens belassen. Das rächte sich nun. Der Wind kam stärker als angesagt. Dauernde 6 Bft. drückten die Sif an den Betonsteg. 11 Fender, 3 davon Kugelfender verhinderten grössere Schäden. Die Bordwand hat aber trotzdem gelitten. Ein wenig Farbabrieb und vor allem eine starke Verschmutzung mit einem hässlichen breiten schwarzen Streifen ist die Folge. Vielleicht geht das beim Segel wieder ab - mal sehen? Der Wind war so stark, dass ich keine Möglichkeit mehr sah, überhaupt vom Steg wegzukommen. Ich werde es in den frühen Morgenstunden vom Dienstag versuchen. Im Innenhafen hat es zurzeit 2 freie Plätze gegeben.
Rechts: Eingang im Opernhaus

Dienstag, 04.06.24
Tagwache um 06.00 h und die Sif in den Innenhafen verholen um 07.00 h. danach Frühstück. Das Manöver gelingt problemlos, auch mit Unterstützung von MA! Gegen Mittag machen wir uns auf in das Munch-Museum. Dabei kommen wir auch an der Oper vorbei, deren Architektur uns sehr fasziniert und gefällt. Auch das Munch-Museum war den Besuch wert.
Rechts: Grafik, schwarz/weiss von Munch's "Der Schrei". Es gibt noch zwei weitere Versionen in Farbe

Mittwoch, 05.06.24
Letzter Tag in Oslo. Wir machen eine Busrundfahrt und besuchen das Fram-Museum. Es war schon sehr eindrücklich diese legendäre Fram einmal in Wirklichkeit zu sehen. Damit machte Fridtjof Nansen seine Expeditionen Richtung Nordpol und zum Südpol. Die Konstruktion stammt vom bekannten Konstrukteur Colin Archer. Norwegen ist das einzige Land, durch die Expeditionen von Nansen, dass am Süd- und am Nordpol quasi Überseegebiete hat. Das Wetter hat sich recht stark eingetrübt. Es regnete am Morgen und es ist auch wieder deutlich kühler geworden. Der starke und böige Wind soll sich morgen früh stark beruhigen. Wir nutzen die Gelegenheit und werden sehr früh ablegen und nach Süden, nach Son fahren. Vermutlich wird es wieder Gegenwind sein, das wird eher eine Motorfahrt - mal sehen.

Donnerstag, 06.06.24
Wir verlassen Oslo. Zeitig, um 06.30 h legen wir ab. Wir nutzen die ruhigen und windarmen Morgenstunden, denn wir haben Gegenwind und müssen motoren. Am Ausgang der engen Passage brist der Wind sehr stark auf. 20 kn und in Böen auch leicht darüber, dazu eine ruppige kurze Welle. Das letzte Drittel unserer Fahrt nach Son war ungemütlich! Das Anlegemanöver bei 20 kn. Wind, gegen den Wind verlief sehr gut. Wir parkierten unsere Sif in einen Platz mit Seitenstegen. Son kenne ich ja schon. Wir gehen noch ein paar Kleinigkeiten einkaufen und ein Bier trinken. Morgen ein kurzer Schlag nach Moss, aber vorher noch tanken in Son. Hier hat es eine gute Möglichkeit wo man sehr gut anlegen kann.
Freitag, 07.06.24
Die 12 Meilen nach Moss absolvieren wir bei Gegenwind unter Motor. Der Fährverkehr hält sich in Grenzen und macht vor Moss keine Probleme. Das Anlegemanöver im engen Kanal von Mass gelingt nicht nach Wunsch. Eigentlich wollte ich im Kanal gleich drehen um den Bug gegen den Wind zu haben. Bei viel Wind war das aber nicht möglich und wir legten dann halt mit dem Wind an was gut gelang. Auf Samstag war Regen angesagt und so beschlossen wir zwei Nächte in Moss zu bleiben und erst am Sonntag nach Fredrikstad zu fahren. Ich habe keine Lust bei Regen 25 sm zu absolvieren. Wir nutzten die Gelegenheit gleich zum Waschen und gingen Chinesisch essen. Den Regentag verbrachten wir mit einem Spaziergang ins Zentrum und einem Bummel durch das Einkaufszentrum - was soll man sonst machen!?
Samstag, 08.06.24
Hafentag in Moss. Verbracht mit Waschen, Einkaufen, Lesen, Planen der nächsten Schläge. Zum ersten Mal habe ich einen Hafenplatz, den für Fredrikstad, vor-reserviert. und es hat funktioniert!
Die Windanzeige hat Wind-Spitzen von bis zu 36 kn. Wind angezeigt, was einer Windstärke von 8 Bft. entspricht. Unser Entscheid im Hafen zu bleiben war wohl richtig!

Sonntag, 09.06.24 und
Die Fahrt nach Fredrikstad war wieder einmal ein richtiger Segeltag! Zuerst am Wind, dann halber Wind um am Schluss noch nur unter Fock vor dem Wind. Die Wellenhöhe, immer noch unter dem Einfluss des Vortages war aber beeindruckend und sehr belastend. Für Marie-Antoinette war es zu viel, sie wurde ein wenig Seekrank und verschwand unter Deck. Erst auf der Flussmündung zur Einfahrt nach Fredrikstadt, beruhigte sich die See und MA taute wieder ein wenig auf! Der reservierte Platz am Schwimmsteg war tatsächlich frei und es wurde eine ruhige Nacht, da der Wind weiter nachgelassen hatte.
Montag, 10.06.24
Von Fredrikstad ging es am Montag weiter nach Strömstad. Den Plan auf die Koster-Inseln hinaus zu segeln, und in Nordkoster zu übernachten , haben wir verworfen. Der Wind sollte weiter abnehmen, was unserem Wohlbehagen entsprach, aber die "alte" Welle sollte immer noch stark spürbar sein, und dieses Risiko wollten wir nicht eingehen - deshalb Strömstad.! Der Plan ging weitgehend auf, ausser einem Teilstück, bei hlabem Wind erwischte uns diese Welle wieder, mit bis zu 1.5 m Höhe war die Dünung immer noch aktiv. Wiederum nichts für MA und sie musste sich nochmals unter Deck begeben und hinlegen. Die Einfahrt, die letzten 4 sm nach Strömstad waren dann bilderbuchmässig, hinter den Inseln, in geschütztem Gewässer und das Leben kehrte bei MA wider zurück. Hier konnte ich dann auch das Boot wider klarieren und die Norwegische gegen die Schwedische Gastland-Flagge tauschen - wir sind in Schweden angekommen! Der Abend in Strömstad war wunderschön, sonnig, wenig wind und angenehm warm.

Dienstag, 11.06.24
Der Schlag nach Grebbestad, wo ich noch nie war, war etwas kürzer, ca. 19 sm. Der Tag begann mit 0-Wind und ich beschloss einen Stress-freien Tag. Entweder nur Motoren oder nur mit der Fock segeln. Wir machten beides. Etwa die halbe Distanz bewältigte der "Jockel" und die zweite Hälfte segelten wir nur mit Fock bei halbem bis raumen Wind mit 3-4 kn, gemütlich nach Grebbenstad - mitten durch die Schärenwelt, geschützt von den Wellen. Es war ein wunderbarer Schlag und auch MA konnte es geniessen. In Grebbestad legten wir problemlos an und gingen Einkaufen und in einem gemütlochen Hafenrestaurant genossen wir in der Abendsonne ein gutes Nachtessen.
Mittwoch, 12.06.24
Ein kurzer Schlag huete, nach Hamburgsund, von ca. 10 sm. Es hat eine leichte Brise und wir versuchen etwas zu segeln. Das gelang aber nur 2 sm, dann kam der Wind wieder mal aus der falschen Richtung, genau von vorn. Wir wählten einen verschlungenen und sehr schönen Weg zwischen den Schären hindurch, abseits des Hauptfahrwassers. Es war zum geniessen bei mehrheitlich Sonnenschein. Die Ankunft in Hamburgsund am Mittag gestaltete sich dann schwierig, weil alle Gästeplätze besetzt waren obwohl auf dem Internet zahlreiche Plätze als frei deklariert waren. Ich weiss nicht wie das geht - es sind zum Teil grosse Yachten die zwei Plätze beanspruchen, aber vermutlich nur einen bezahlen oder es gibt Leute die melden sich nicht nach Ankunft sondern erst am Abend an. Es war frustrierend, fanden dann nach suchen und recherchieren im Internet noch einen Platz. Dann wieder mal was Neues, der Strom musste mit einem Code an der Stromsäule eingeschaltet werden - muss man erst mal merken!? Aber wir geniessen das verträumte Hamburgsund.
Donnerstag, 13.06.24
Ein kurzer Motoren-Tripp nach Smögen. Nach 3.5 Stunden haben wir es bereits geschafft. In Smögen müssen wir Bug voraus mit Mooring anlegen. Das bereitet mir etrwas Sorge. MA hat keine Erfahrung und kennt das nicht und einhand ist es kaum zu bewältigen. Vor der Hafeneinfahrt hat es zudem noch Böen bis zu 20 kn. Doch es klappte sehr gut!! Im engen Hafen-Fjord hatte es keine Welle und es war stark windgeschützt durch die Häuser. Der Platz neben einem Schweden war gut gewählt, Er und Sie halfen uns und so ging alles ohne Stress! Ein wenig später dann noch eine Premiere! Die Coast-Gard von Schweden kam an Bord!! Ausweiskontrolle und MMSI-Nummer wollten sie sehen. Sie waren ausgesprochen höflich und interessierten sich nach unserer Reise. Nach der Kontrolle der ID und der Registrierung des Bootes war es dann auch schon! Am Abend scheinte dann noch die Sonne und es gab ein paar schöne Fotos. Smögen ist z.Z. nicht überlaufen, es hat immer noch genügend Platz.

Freitag, 14.06.24
Hafentag in Smögen, wir geniessen das regnerische Wetter - nein im Ernst, gegen Mittag drückt etwas die Sonne und wir machen einen Dorfrundgang. Die Schwedische Bauweise erscheint uns etwas lieblicher als in Norwegen. Es ist aber beides schön! Am Abend gibt es ein feines Fischessen im "Göstas Fiskekrog". Ein Fischeintopf für MA und ein Crevetten-Sandwiches für mich - es war lecker! Leider ist es z.Z. etwas kühl geworden und es gibt immer mal wieder einen Schauer, aber wir versuchen gute Laune zu behalten.

Samstag, 15.06.24
Ein kurzer Tripp von 11 Meilen nach Gullholmen. Der Wind ist stärker als vorhergesagt. Wir kämpfen mit 15 bis 25 kn. Gegenwind! Zweimal gelingt es uns zu segeln, aber wir müssen auch Motoren. Das Anlegemanöver in Gullholmen bereitet mir bei diesen Windverhältnissen bereits in der Vorbereitungen. Ich habe den Platz vorsichtshalber reserviert (Samstag) aber mit 20 kn. Rückenwind an den Steg und eine Mooring-Leine holen ist nur mit fremder Hilfe möglich. Im Hafen angekommen dann die Überraschung! Niemand liegt an einer Mooring, alle gingen längsseits an den Steg und dadurch war unser reservierter Platz gar nicht zugänglich bzw. frei. Glücklicherweise hatte es für uns auch noch genügend Platz um längsseits gehen zu können. Die beiden jungen Hafenmitarbeiter hatten vollstes Verständnis und willigten in unseren neuen Platz sofort ein. Wir verbrachten dann eine ruhige Nacht.


Sonntag, 16.06.24
Vom verträumten Gullholmen ging es weiter nach Süden ins mondänere Marstrand. Die 21 sm mussten leider gänzlich motort werden. Wir hatten Gegenwind, auch heute mit teilweise über 20 kn. Wir wählten "Schleichwege" hinter den vielen Inseln hindurch, damit wir nicht auch noch viele Wellen gegen uns haben. Trotzdem wurde MA am Schluss wieder seekrank. Freie Gästeplätze gab es hier zu Hauf! Gegen Abend verwöhnte uns auch noch ein wenig Sonnenschein und wir nutzten die Zeit auch hier für einen Rundgang. Marstrand ist sehr schön und hat viele alte ehrwürdige Bauten, so ein wenig Kolonial-Stil oder ähnlich.
Ich mache eigentlich fast den gleichen Rückweg wie ich gekommen bin. Das macht mir aber nichts aus, im Gegenteil. Ich sehe die ganze Tour so nochmals aus einer anderen Perspektive. Zudem gibt es mir eine Sicherheit mit MA, da ich die Ziele und Häfen kenne. Es ist dann für mich und auch für sie etwas entspannter einen Liegeplatz zu suchen und die Hafenmanöver richtig zu fahren.
Auch die Schweizer Fahne, sehr prominent, neben Europa, der Hafenpromenade gut vertreten

Montag, 17.06.24
Die Tour von Marstrand nach Donsö verlief ruhig. Wenig Wind und gegen uns heisst ja bekanntlich immer: Maschine an und motoren! Die knapp 24 sm absolvierten wir in 6 Stunden und wir haben in Donso einen guten Liegeplatz gefunden. Leider hat keine der wenigen Beizen offen. Das auswärts Essen muss auf Anholt verschoben werden! Morgen um 05.00 Uhr wollen wir los, vorher noch tanken. Der Wind soll mit 4 bis max. 5 Bf und abnehmend moderat sein. Wellenhöhoe bis max. 0.6 m. Ich hoffe MA hällt durch und wird nicht seekrank. Wir brauchen sicher ca. 12 Stunden. Ich werde berichten!
Dienstag, 18.06.24
Die Überfahrt nach Anholt verlief nicht wie geplant. Der Wind war stärker und die Wellen höher, die Windrichtung war nicht wie vorhergesagt. Das hatte zur Konsequenz: die ersten 3-4 Stunden konnten gut gesegelt werden aber die Wellen war recht stark. MA wurde seekrank. Der Wind und die Wellen nahmen etwas zu bevor sie, wie vorhergesagt schwächer wurden. Ich musste zuerst aufkreuzen und als das nichts brachte habe ich gegen an motort. MA wurde immer kränker und musste sich ergeben. Ich kämpfte für einen annehmbaren Kurs und Tempo und MA litt vor sich hin. Nach etwa 6 Stunden nahem dann der Wind, und damit auch die Welle etwas ab und es wurde ruhiger - aber für MA zu spät. Nach 15 SM und 15 Stunden erreichten wir Anholt und waren recht müde. Liegenachbarn halfen uns beim Anlegen. MA erholte sich langsam und wir assen noch eine Suppe zum Znacht und dann in die Koje! - Es war nicht das, was ich mir erhofft habe. MA hat Angst vor dem nächsten langen Schlag von Anholt nach Gilleleje von 50 sm und möchte das Risiko nicht mehr eingehen. Sie trägt sich mit dem Gedanken mit der Fähre von Anholt ans Festland zu fahren und mit dem Zug nach Kopenhagen zu reisen. - Wir besprechen das Morgen.

Mittwoch und Donnerstag, 19.+20.06.24
Wir lassen die Starkwindphase an uns vorüber ziehen und mach Pause auf Anholt. MA bucht definitiv die Fähre für Freitagmorgen um 08.00 h. Das Tourismusbüro ist sehr behilflich und druckt gleich alle Fahrpläne für den Zug via Aarhus nach Kopenhagen. Wir buchen für MA ein Hotel bis Montag. Ich werde alleine mit der Sif bis Kopenhagen weiter segeln, das sind noch 3 Etappen - halb so wild. Wir geniessen Anholt, kaufen ein, geniessen ein gutes Essen im Restaurant, machen eine kleine Wanderung hinauf ins Dorf usw. In Anholt kommt für mich immer richtig Ferienstimmung auf. Ein herrlicher Strand mit feinstem Sand, Frischer Fisch von den Fischern am Morgen am Pier (oder im Restaurant) und viel Sonne. Anholt buhlt mit Bornholm und Laesö um die Sonnenreichste Insel von DK.

Freitag, 21.06.24
MA muss früh auf die Fahre nach Grenaa. Die Fähre legt pünktlich um 08.00 h ab und sie muss eine halbe Stunde vorher anwesend sein. Die Überfahrt dauert 3 Std. Von Grenaa geht es mit dem Regionalzug nach Aarhus und dann mit dem IC nach Kopenhagen. Ich lege auch um 08.00 h ab und folge der Fähre fahre aber Richtung Insel Seeland nach Gilleleje, etwa 50 sm. Der Wind ist zu schwach um zu segeln also wider motoren. Es hat kaum Welle und manchmal ist es sogar fast spiegelglatt. Eigentlich wäre diese Überfahrt trotz der langen Distanz für MA möglich gewesen. Sie wollte aber einfach kein Risiko mehr eingehen. Wer mal seekrank war kann das verstehen! Gilleleje ist ein betriebsamer Fischerei und Sporthafen. Ich finde sofort einen Liegeplatz längsseits. Kochen, essen, Dusche und schlafen. Mehr lag in diesem Hafen aus zeitlichen Gründen nicht drin - leider. Mein Schiff ist in der Zwischenzeit richtig dreckig, sandig (von Anholt) und salzig. In der Nacht kommt es glücklicherweise richtig stark regnen und am Morgen ist alles wieder blitzblank - der Schiffsputz ist damit von selbst erledigt. Die Abendstimmung war vor dem grossen Regen gigantisch!

Samstag, 22.06.24
Eine kurze Etappe steht an, nach Helsingör. Die Kleinstadt ist bekannt für dein Schloss direkt am Meer beim Hafen. Helsingör hat an Bedeutung verloren. Früher war das die Haupt-Fährverbindung nach Schwenden, von Helsongör DK nach Helsingborg SE, an der engsten Stelle des Öresund. Der Yachthafen ist riesig mit fast 1000 Liegeplätzen und er ist für "Neulinge" wie mich auch unübersichtlich. Zudem war noch eine Sportveranstaltung und es war Samstagabend vor Mittsommer "St.Hans" genannt. Ich war bereits um 13.00 im Hfen musste aber eine Stunde einen Platz suchen. Am Schluss stellt ich die Sif in einen Platz der mit 3.10 m Breite angeschrieben war und die Sif hat 3.30 m! - und es passte!! - auf den cm genau kam ich durch die Pfähle! - endlich!! Ich will so schnelle wie möglich nach Kopenhagen, also auch hier nur ein kurzer Zwischenstop. Es regnet, nebelt und nieselt andauernd - wirklich nicht angenehm. Es gibt auch keine schönen Fotos vom Schloss, weil es im Nieselregen-Nebel undeutlich erscheint. Der Yachthafen liegt nördlich des Fährhafens. Ich habe am Nachmittag noch etwas Zeit und backe bei diesem Hudelwetter noch ein Brot, das ist wie eine Heizung im Schiff.

Sonntag, 23.06.24
Kopenhagen - mein zweites grosses Ziel von diesem Törn. Ich wollte schon immer mal nach Kopenhagen, ich sagte aber auch immer, wenn schon, dann auf eigenem Kiel! Jetzt habe ich es endlich geschafft.! Ich wählte den Hafen Margretheholm. Er ist en wenig ausserhalb aber leicht anzusteuern, ohne die grossen Frachter oder Kreuzfahrtschiffe queren zu müssen. Zudem ist er relativ gross mit 700 Plätzen und man findet immer ein Plätzchen - und so war es auch. Ich habe für 4 Nächte eingecheckt. Morgen kommt MA wieder an Bord, bis sie am 27. wieder nach Hause fliegt. Es gibt hier sanitäre Anlagen die soweit ok sind, auch Waschmaschine und Tumbler was wir gleich nutzten und drei Maschinen waschen!! Auch ein Schiffszubehörladen und ein wirklich gutes Restaurant sind vorhanden. Das Restaurant probierten wir aus und haben sehr leckeren Fisch gegessen. Dann eine App für den ÖV herunterladen und los geht es ins Stadtzentrum. Die Bushaltestelle ist gleich bim Hafen oder man nimmt die Hafenfähren, welche auch im City-Pass inbegriffen sind. Eine Bustour durch Kopenhagen begeistert uns und am zweiten Tag besuchen wir noch das Tivoli! Wie Oslo ist auch Kopenhagen eine tolle Stadt, welche wir sicher wieder besuchen werden!
Montag 24.06.24
Heute kommt MA wieder an Bord! Und gegen Mittag km sie auch mit dem Taxi. Ich holte sie vor dem Hafenbüro ab. Schiff wieder einräumen - alles wie gehabt. Wir machen einen "faulen" Nachmittag und ruhen uns aus. Um 17.00 Uhr gehen wir ins Hafenrestaurant Lynetten und essen feinen Fisch zum Znacht. war eher überraschend, dass hier im Hafenlokal jemand so gut kocht. Stjerneskud ist ein typisch dänisches Fischgericht mit Scholle, paniert und gegart, oft ein wenig Lachs und Krabben auf Brot mit Salat-Deco. Sehr lecker und natürlich je nach Lokal oder Region immer etwas anders zubereitet.

Dienstag 25.06.24
Stadtrundfahrt mit dem Bus ist heute angesagt. Zuerst laden wir aber eine APP auf das Smartphon "Dot" für den ÖV in Kopenhagen. Wir lösen für etwa 21 CHF einen 2-Tages Pass für den ganzen ÖV, Metro, Bus und den Schiffbus (Hafenfähren). Dann geht es mit dem Linienbus zur Cetral-Station und dort zur Stadtrundfahrt. Wir steigen zwei Mal aus und machen Pause. Wir geniessen im Nyhavn, der aber auch schon 350 Jahre alt ist, feine Smörebröd und einen Apero. Die Meerjungfrau und den naheliegenden anderen Yachthafen müssen natürlich auch besucht werden. Dann wird noch etwas eingekauft im "Super-Bruggsen". Danach fahren wir mit dem Linienbus wieder nach Margretheholmen zum Boot und köchelm etwas Znacht. (rechts - Nyhavn)

Mittwoch, 26.06.24
Kopenhagen ist ja bekannt für sein "Tivoli"! Ein Vergnügungspark der schon über 100 Jahre besteht. Walt Disney hat sich hier, unter anderem, auch Inspirationen geholt für sein Disney-World. Wieder mit dem Bus in die Stadt, dann ein Apéro, öffnet erst um 11.00, und dann besuchen wir das Tivoli. Wir buchen nur den Park, ohne Bahnen. Eine wirklich schöne tolle Fantasy-Welt aber auch einfach ein toller Park zum flanieren, Pause machen und essen. Wir genossen es sehr. Danach ging es wieder zurück mit Bus und dem Hafenbus, der auch direkt bei unserem Yachthafen hält.

Donnerstag, 27.06.24
Abschiedstag! MA verlässt mich leider heute. Ihr Flug geht am Nachmittag. Um 11.00 kommt das Taxi und ich bin dann wider alleine. Ich beeile mich, denn um 12.00 öffnete die Klapp-Brücke die Hafenzu/-ausfahrt. sonst muss ich zwei Stunden warten. Mein Tagesziel ist Rödvig, ca. 30-35 sm. Den Öresund hinaus muss ich Motoren. Dann legt der Wind zu und wird konstant. Ich brause dann mit 5-6 kn Fahrt noch südwesten und kann bis vor die Hafeneinfahrt segeln! So wünscht man sich das!
Freitag, 28.06.24uhr
Also, das war ein Tag zum vergessen - mal wieder eine auf die Schnauze gekriegt und am Ende dann noch noch etwas versöhnlich und gar nicht mehr so schlimm!? Aber dazwischen habe ich schon echt geflucht und geschumpfen!
Der Start um morgens um 07.00 war sehr schön. Der Morgennebel hat sich gerade so gelichtet und ich fuhr in den ruhigen Morgen bei fast kein Wind und motorte Richtung Bögeström-Fahrwasser. Das ist eine enge Fahrrinne mit garantierten 2.50 m Tiefe durch ein Flachgebiet. Mein Ziel heute ist Vordingborg. Gegen Mittag nahm der Wind zu, aber in einem Masse die etwa dem Doppelten der Vorhersage entsprach. Ich hatte bis zu 30 kn Wind in Böen auf der Anzeige - so war ich noch nie unterwegs. Vor dem Nordhafen Vordingborg musst ich mich entscheiden. Ich entschied mich gegen diesen Hafen, da er sehr flach ist und nur wenige Liegeplätze über 2.00 m zur Verfügung stehen. Ich wollte kein Risiko eingehen alleine bei 25 kn Wind in einer solchen flachen Bucht zu manövrieren und einen Platz zu suchen. Also weiter. Der Südhafen erschien mir wenig geeignet. Also weiter - ich suchte nach einem geschützten Hafen in Lee, auf der windabgewandten Seite. Meine Lösung war die Insel Fejö mit dem Hafen Dybvig auf der Ostseite. Aber das waren dann halt nochmals 15 sm. Die Passage der Brücke vor Vordingborg ging noch gut. Es war auch sehr interessant, weil da eine neue Brücke gebaut wird und man durch die "Baustelle" manövrieren muss. Die nächsten 4 Stunden kann man dann aber getrost vergessen. Wind im Durchschnitt 25 kn, Welle 1-2 m und alles gegen mich! Mit viel Geduld und äusserst langsam durchquerte ich das offene Wasser bis ich in den Schutz der Inseln Femö und Fejö kam. Die letzten zwei Stunden waren dann wider angenehm, weil der Wind etwas nachliess und im Lee der Inseln weniger Welle stand. Als Entschädigung fand ich diesen netten kleinen Hafen, mit allem was man braucht, einen guten Liegeplatz, freie Dusche, einen Kaufmann und ein Hafenkaffe, am Samstagabend mit Musik!!


Samstag, 29.06.24
Hafentag: Ausruhen, Duschen, Einkaufen, aufräumen usw. Und es ist erst noch Hafenfest! Den ganzen Abend Life-Musik! Ich geniesse es!
Sonntag, 30.06.24
Hafentag: Es regnet in strömen! Ich geniesse das süsse Nichtstun und studiere die Wetterberichte für die kommende Woche. "Anhaltendes Westwindwetter, eine Front nach der anderen kommt auf uns zu und wird am Mitte Woche immer stärker". Also ich muss sehen, dass ich nach Augustenborg komme. Wenn es mich unterwegs mehrere Tage "einweht", wie man sagt, dann wird es evt. noch knapp! Mein Zug fährt am 10.07.24 Ich beschliesse eine grössere Etappe nach Bagenkop zu fahren und dann am Dienstag oder Mittwoch nach Sonderburg überzusetzen. Der Rest ist dann unproblematisch. Ab Donnerstag muss ich mit Sturm rechnen also nichts wie los!

Auslaufen morgens um 05.00 Uhr! Tolle Morgenstimmung!
Montag, 01.07.24
Los gehts! Um 05.00 Uhr laufe ich aus - nach Bagenkop. Entgegen den Erwartungen kann ich von Beginn weg seglen. Ich finde in diesen flachen Gewässern noch eine Abkürzung durch einen flachen Sund, der aber mit meinem Geringen Tiefgang problemlos machbar ist. Als ich vom Smalandfahrwasser in den grossen Belt münde kann ich noch eine Weile Kurs halten aber der Wind dreht und ich muss das Fahrwasser der Grossschifffahrt kreuzen. Also Motor halt wieder anschmeissen und Motoren! Schade, aber wenigstenas konnte ich ein paar Stunden segeln. Bagenkop kenne ich ja. Ich finde sofort einen guten Liegeplatz. Ich staune, dass der Hafen zu Ferienbeginn halb leer ist! Ich bin dank des frühen Starts bezeiten da und kann noch ein paar Sachen erledigen wie WC entleeren, Einkaufen, Duschen etc. Ich mus jetzt aber die Wetterberichte genau studieren. Gehe am Dienstag oder erst am Mittwoch noch Sonderborg? Ab Donnerstag ist Starkwind angesagt und kann komme ich hier drei Tage nicht mehr weg.
Dienstag, 02.07.24
Ich entscheide mich für heute Dienstag nach Sonderborg überzusetzen. Ich laufe um 06.30 Uhr aus. Das ablegen kappt sehr gut, da im Hafen kaum Wind ist. Ich vermute das Wetter ist am Mittwoch nicht besser. Meine Vermutung stimmte im Nachhinein nur teilweise. Die ersten Meilen verlaufen gut. Ich muss bei Gegenwind und moderater Welle gegen an Motoren, komme aber einigermassen gut vorwärts. Gegen Mittag nimmt der Wind und die Welle eher ab und es läuft noch besser. Aber dann - aus mir unerklärlichen Gründen nimmt der Wind und vor allem die Welle, je näher wir Sonderborg kommen, wieder zu, bis 20 kn Wind und 1.0-1.5 m Welle! Es wird wieder mühsam und zäh. Es geht nur langsam vorwärts und braucht Geduld. Ob wohl der Wind ja ablandig ist und wir dem Land immer näher kommen nehmen die Wellen nicht ab. Ich vermute, dass sich hier eingangs der Flensburger Förde irgendwie eine Kreuzsee aufbaut und sich die Wellen an den verschiedenen Ufern reflektieren. Ich tuckere also langsam aber stetig gegen Sonderburg. Ganz am Schluss, die letzten 2-3 sm nehmen dann die Wellen endlich ab. Ich verpasse um 15 Min. die Brückendurchfahrt und muss nun halt 45 Min warten - kommt auch nicht mehr darauf an!! Der Stadthafen ist voll und deshalb gehe ich durch die Brücke an die grosse Spundwand. Kein schöner Platz aber da ist frei und ich bleibe ja nur eine Nacht. Auswärts Essen mag ich so späht nicht mehr und so baue ich meine Vorräte weiter ab. Müde aber zufrieden fall ich in die Koje - ich bin schon fast daheim und freue mich auf ruhige und erholsame Tage im Heimathafen Augustenborg.

Mittwoch, 03.07.24
Es geht heute "nach Hause"! Nach einem geruhsamen Frühstück starte ich den kurzen Heimweg von 10 sm nach Augustenborg. Der Wind steht günstig, mit halbam Wind den Alssund nach Norden und dann mit raumem Wind den Augustenfjord hoch nach Süden. Der letzte Tage ist noch fast "Champagner-Segeln". Bei 1-3 Windstärken geht es mit 2-5 kn heimwärts. Ich geniesse die ruhige Fahrt und laufe ruhig und problemlos in meinen Liegeplatz ein. Ich kann noch am gleichen Tag das Deck reinigen und die Kuchenbude montieren. Es ist geschafft, mein zweiter "Lang-Törn" mit meinen Sehnsuchtszielen Oslo und Kopenhagen konnte ohne grossen Zwischenfälle abgeschlossen werden. 970 sm habe ich in 52 Tagen zurückgelegt, auf ca, 240 sm hat mich Maria-Antoinette begleitet, von Oslo bis Anholt.
Ein paar Tage nach der Heimkehr - ein paar Gedanken zum Schluss
Ich durfte nach meiner Pensionierung nun zwei Lang-Törns von 6 und 8 Wochen erleben und damit Jugendträume erfüllen bzw. Sehnsuchtsziele als Segler erleben. Ich bin dafür sehr dankbar, dass ich das bei (fast) bester Gesundheit und Fitness machen darf. Ich konnte durch diese beiden Reisen meine Segelerfahrung und ich denke auch mein Können enorm verbessern und ausweiten. Ich bin längst nicht mehr so unsicher bei Hafenmanövern wie vor ein paar Jahren noch, als Beispiel. Auch Wetterberichte kann ich besser interpretieren und einschätzen und ich kann auch mit 5-6 Windstärken umgehen was ich mir vor ein paar Jahren noch nicht so zugetraut habe. Bei diesen positiven Dingen darf ich aber nicht leichtsinnig werden und muss vorsichtig zu bleiben. Gerade bei diesem Törn 2024 habe ich die Situation 2-3 Mal etwas optimistisch eingeschätzt als es dann tatsächlich gekommen ist. Der Wunsch das geplante Ziel zu erreichen war grösser als die Vorsicht oder vielleicht notwendige Zurückhaltung die, im Nachhinein gesehen, besser gewesen wäre. Das wiederum kann stressen und belasten und das an und für sich positive Erlebnis trüben.
Ich möchte in Zukunft die Törns etwas gelassener, etwas weniger durchgeplant angehen. Mehr Zeit haben zu warten, bis der Wind und das Wetter wirklich stimmt, für mich und meine Partnerin. Das braucht die Zeit und Geduld auch mal 3-4 Tage an einem Ort zu verweilen, ob nun geplant oder nicht, ob nun ein attraktiverer Ort oder weniger. Die Törns sollten mehr nach Wind und Wetter ausgerichtet werden als noch geografischen Zielen. Also nicht nach der Frage wohin will ich, sondern wie ist das Wetter, und je nach dem kann das eine oder andere Ziel angepeilt werden oder halt eben auch nicht, und muss warten bis zum nächsten Mal.
Dennoch gibt es noch Wunschziele, welche ich sehr gerne anlaufen würde. Der Götakanal mit dem Trollhättankanal, von Göteborg bis Stockholm, Bornholm - die östlichste Insel von Dänemark oder die "Posttonne" von Törehamn - die nördlichste Tonne der Ostsee. Auch die Deutsche Küste mit ihren Inseln wie Rügen und Usedom sind noch unberührte Küsten für mich. Mal sehen was ich mir noch erfüllen kann!?



Törns 2023
Törn 1, 22. Mai bis 03. Juli - Limfjord rund Skagen
Montag, 22.05.23
Reise mit der Bahn via Hamburg nach Augustenborg.
05.32 h Herisau ab // 21.31 h Augustenborg an
Dienstag 23.05. 23
Hafentag in Augustenborg
Verschiedene kleinere Arbeiten am Schiff ausgeführt und das Boot auf die Reise vorbereitet. Dann ich ging zwei Mal einkaufen. Ein Mal zum Kaufmann im Dorf und dann noch zum Super Brugsen (Coop) für den Rest. Ich habe jetzt so einen Grundstock an Lebensmitteln und Getränken, den ich unterwegs fortlaufend ergänzen kann. Das Wetter ist morgen schwachwindig. Ich versuche bis nach Middelfart zu kommen. Am Donnerstag haben wir dann 3-5 Bf. - da muss ich dann schauen, vielleicht gibt es dann nur eine kurze Etappe. Für den Start ist das morgen aber sehr gut, dann kann ich den neuen Kompass-Geber noch justieren, dazu brauche ich möglichst eine ruhige See.
Mittwoch, 24.05.23
Augustenborg - Aarö - 27 sm
Um 13.00 legte ich in meinem Heimathafen ab. Es herrschte totale Flaute. Im Augustenborgfjord versuchte ich meinen Kompass neu zu justieren - mit mässigem Erfolg. Ich werde es bei Gelegenheit wiederholen! Dann mit Motor weiter durch den Aarösund und auf der kleinen Insel Aarö festgemacht. Um diese Jahreszeit bekommt man auch abends um 20.00 Uhr noch einen Platz! Weil es so schön ruhig war habe ich zum ersten Mal unterwegs "gekocht" und gegessen. Würstchen mit Salat! (siehe Fotos)
Donnerstag, 25.05.23
Aarö - Juelsminde - 46 sm
Bei Windstärke 4 alleine abgelegt. Bei Seitenwind wirklich mühsam und schwierig, dauerte eine halbe Stunde, aber ich habe es hingekriegt. Durch den kleinen Belt musste ich aufkreuzen und kam nur langsam voran. Durch die Enge von Middelfart nahm ich den Motor zu Hilfe, da ich den Wind teilweise genau von vorne hatte und erst noch 1 Kn Gegenstrom. Nah passieren der Autobahn- brücke wieder die Segel hoch und dann bei halbem Wind (genau von der Seite 90°) nach Juelsminde. Bei 4-5 Bf Windstärke, das sind 15 bis 20 kn Wind eine Rauschfahrt! Ich erreichte mit gereffter Genua und gerefftem Gross 7.2 kn, obschon die max. Geschwindigkeit der Sif bei theoretischen 6. 8 kn liegt - das war also Maximalspeed!! Bei so viel Wind einen Hafenplatz zu suchen und festzumachen war eine Herausforderung. Der Alte Hafen war bei dieser Windrichtung sehr unruhig. Im Yachthafen waren die Plätze meist zu schmal oder besetzt. Auf Empfehlung eines Schweizers habe ich dann versucht im alten Hafen in der hintersten Ecke, wo es ruhiger ist, einen Platz zu finden. Dort hat mir ein Däne geholfen einen freien Platz zu finden und mir beim anlegen geholfen. Zwei ältere Dänen fragten sehr interessiert nach dem woher und wohin! Sie gaben mir noch einiges gute Empfehlungen von möglichen Häfen auf meinem Weg zum Limfjord - wirklich sehr nett!
Freitag, 26.05.23
Juelsminde - Hafentag
Ausruhen, einkaufen etct. Es herrscht immer noch Starkwind und aus der falschen Richtung. Das muss ich mir nicht antun. Am Samtsag wird es ruhiger und der Wind soll etwas zu meinen Gunsten drehen. Bis wohin weiss ich noch nicht. Evt. liegt Tunö an, soll sehr schön sein und war auch eine Empfehlung meines Empfangskomitees in Juelsminde! Wir werden sehen!

Samstag, 27.05.23
Juelsminde - Tunö
Tunö wurde mir sehr empfohlen zu besuchen. Die Insel ist sehr beliebt und am Wochenende zieht es viele Städter von Aarhus auf die Insel. An diesem Pfingstwochenende war bestes Wetter und der Hafen mehr als voll! Wir lagen im 3-er Päckli. Morgen um 07.00 geht es weiter. Für meinen Liegenachbar heisst das auch aufstehen und mich ablegen lassen! Er weiss es, ich habe es ihm beim Anlegen gesagt. Er trägt es mit Fassung - er ist auch Einhand unterwegs! Die Insel ist sehr schön, autofrei und steht weitgehend unter Naturschutz. Es leben ca. 90 Personen hier. Fährverbindungen ca. 4-5 mal täglich nach How.
Sonntag, 28.05.23
Tunö - Grenaa
Der Tag begann entspannt bei 2-3 Windstärken. um, die Mittagszeit frischte es dann auf wie die Vorhersage ankündigte auf 4-5 Bft. bzw. 15 -20 Kn. Wind. Ich hatte ein gutes Gefühl und reffte immer rechtzeitig ins 1. bzw 2. Reff. Vor Grenaa war es sehr böig. Wir hatten konstant 15 Kn Wind und immer wieder Böen von 20 Kn. Bereits 2 Reffs zu haben war beim Segel bergen vor Grenaa ein Segen. Das ging dann flott, da nicht mehr so viel Tuch zu bewältigen war bei diesen Windstärken. Das Anlegemanöver gestaltete sich bei diesen Verhältnissen einhand als Herausforderung. Ich legte gegen den Wind an und dampfte in die Heckleinen ein. Dazu war aber halbe Maschinenkraft notwendig um das Boot einigermassen gerade auf dem Platz zu halten!! Hilfe war natürlich nicht in Sicht, wenn man froh darüber wäre. Die zahlreichen netten Segler vom gegenüberliegenden Steg waren zu beschäftigt oder frönten lieber dem Hafenkino als mal kurz rüber zu kommen!? Also - Annäherung an den Steg, Maschine eingekuppelt mit halber Kraft und ein beherzter Sprung auf den Steg mit den Vorleinen - geschafft! Bis dann aber alles noch stimmte vergingen sicher 30 Minuten! Am Schluss lag die Sif aber sicher und sauber an ihrem Platz. Das Anlegerbier war heute redlich verdient!!

Montag, 29.05.23
Grenaa - Bönneruo
Diese kurze Überfahrt von 13 sm war eigentlich zum vergessen. Wind und Wellen gegen mich unter Maschine gegen an motort. So etwas muss man nicht machen. Die Wettervorhersage war etwas verführerisch, sollte es doch weniger Wind sein. Der Wind liess dann auf der zweiten Hälfte auch endlich nach aber die alte Welle stand noch. Zum Schluss ging es aber recht ordentlich und wie gesagt, es war ja nicht weit. Bönnerup ist ein Seehafen. Er ist künstlich in das Meer hinaus gebaut und hat keinen natürlichen Schutz. Windräder stehen zur Stromerzeugung auf beiden Molen. Die Infrastruktur ist gut.
Dienstag, 30.05.23
Bönnerup - Hals
Hals ist das östliche Tor zum Limfjord. Ein toller Ort und Hafen. Man findet alles in unmittelbarer Hafennähe. Die Sanitären Anlagen sind auch vom Feinsten. Hier gefällt es mir - hier bleibe ich einen Tag zum ausruhen und ein paar Dinge am Boot zu richten. Einkaufen und Duschen stehen stehen auch auf dem Programm. Vielleicht wasche ich noch morgen, es hat Waschmaschine und Tumbler. n der Aussenmole vor der Hafeneinfahrt stehen zwei alte Eisbrecher "Isbjörn" und "Danbjörn" daneben noch kunstvoll gestaltete Boote, das werde ich mir morgen noch anschauen. Auch eine alte Festung steht noch on der Ortsmitte. Langweilig wird mir bestimmt nicht. Die Überfahrt von Bönnerup war wenig spektakulär. Der Wind liess leider immer mehr nach und so musste ich gut die Hälfte motoren. Das war so vorhergesagt abewr ich hoffte, wenn ich morgens um 07.00 h ablege, dass ich mit dem Morgenwind noch durchkomme - war leider nicht der Fall. So konnte ich "Leuchtturmstudien" betreiben (siehe Fotos)!

Mittwoch, 31.05.23
Hafentag in Hals
Ich geniesse Hals! Gehe einkaufen, Duschen und Körperpflege ist angesagt, auch ausruhen. Ich ahtte immer mal wieder eine Störung auf dem Kompass. Nach dem ich heute alles demontiert haben, habe ich den Fehler gefunden. Ein Kabelbruch ist der Übeltäter! Der Kontakt wackelte offenbar und so war keine verlässliche Datenübertragung mehr möglich. Nachdem ich es repariert habe läuft es nun. Jetz muss ich aber den Kompass bei ruhigem Wetter neu justieren. Ein Dorfspaziergang durfte auch nicht fehlen. Das zweite Restaurant am Hafen wurde heute Abend auch beehrt. Es war vorzüglich! Morgen geht es nun weiter nach Nibe!

Donnerstag, 01.06.23
Hals - Nibe
Da ich das Fahrwasser nicht kannte und es mir stellenweise recht eng vorkam, beschloss ich diese Etappe zu motoren. Zudem konnte ich auch nicht einschätzen wie viel "Berufsverkehr" mich erwartet.
Im Nachhinein hätte man auf Grund der Windverhältnisse sicher ca, 1/3 segeln können. Ich begegnete nur einem Marine-Schiff und zwei Frachtschiffen. Die Brückenöffnung um 12.00 Uhr in Aalborg habe ich fast auf die Minute getroffen und so konnte ich die Autobrücke und die gleich anschliessende Eisenbahnbrücke zügig passieren. Nibe ist eine recht moderne Marine. Ich traf das gleiche Norwegische Paar wider, mit welchem ich schon in Hals am gleichen Steg lag. Er half mir beim längsseits anlegen bei böigem auflandigen Wind, wofür ich sehr dankbar war. Am nächsten Morgen hatten wir immer noch auflandigen Wind, wenn auch weniger. Der richtige Zeitpunkt das Ablegen mit der luvseitigen Heckleine zu übern. Es gelang sehr gut, wirklich eine tolle Methode die sehr hilfreich ist. Eine Schwimmleine wäre noch hilfreich, dass sicher keine Leine in die Schraube kommt, beim einholen.
Freitag, 02.06.23
Nibe Lögstör Kanalhavn
Bei sehr leichtem bis gar keinem Wind nam ich die kurze Überfahrt in Angriff. Warmes vorsommerliches Wetter - T-Shirt-Wetter - wunderbar. Lögstör überrachte mich mit einem wunderschönen Hafen mit einer speziellen Geschichte. Das Hafenbecken ist ein Teil eines stillgelegten Kanals. Bezahlen mus man mit QR.Code - online auf der Webseite, was gut klappte. Im schönen Dorfkern findet man gute Einkaufsmöglichkeiten. Ich genoss den warmen Tag und erledigte Einkäufe.



Kanalhavn Blickrichtung Hafeneinfahrt

Das Lotsenhaus bei der Hafeneinfahrt, heute Havnkontor
Samstag, 03.06.23
Lögstör - Thisted
Die Fahrt nach Thisted war ein wilder Ritt, ein Kreuzkurs. Mit einer handvoll langen Schlägen konnte die Distanz aber gut überwunden werden. Durch den Aggersund kam der Wind genau von vorne und da motorte ich durch das enge Fahrwasser eine Stunde und dann wieder kreuzen bis vor Thisted. Bei guten 4 Windstärken war das recht anstrengend auf die Dauer aber es war mal wieder richtiges Segeln wie es im Buche steht. Permanent mit 5-6 Knoten Fahrt unterwegs, mit Fock und 1. Reff im Gross! Thisted ist ei nettes Städtchen mit einem sehr guten Hafen. Man bekommt hier alles und alles in Hafennähe. Diese Empfehlung bekam ich von einem Mitglied der FB-Gruppe "Segeln in Dänemark", von Melanie Ochs, sie wohnt mit ihrer Familie da und sie segeln mit einem Schärenkreuzer und fahren begeistert Kajak. Neu für mich hier war, dass nicht nur das Hafengeld per Internet bezahlt wird sonder auch der Strom übers Internet bestellt werden muss. Angabe von Stromsäulen Nr und Steckdosen Nr. und los gehts - es hat geklappt, dank einem netten einheimischen Stegnachbar der mich instruierte.

Sonntag, 04.06.23
Thisted - Nyköbing / Mors
Der heutige Tag war wieder Schwachwindig. Aber wir haben durchgehalten. Bei 1-3 Windstärken haben wir das Leichtwindsegeln geübt. Nur eine Stunde dazwischen war mal volle Flaute und so motorte ich dann halt noch eine gute Stunde. Ich nutzte die ruhige See dazu, den Autopiloten neu zu justieren. Hier fntioniert wieder alles mit einer eigenen Hafenkarte. Den Strom bekommt man direkt an den Stromsäulen die alle eigene Terminals für die Karte haben. Auch das Tanken geht nur über die Karte, was ein wenig doof ist. Ansonsten mache ich hier nur einen Zwischenstopp auf dem Wege nach Thyborön. Ich muss doch langsam schauen, dass ich westwärz komme.
Montag, 05.06.23
Nyköbing /Mors - Struer
Ich starte relativ früh, um 08.00 Uhr. Es ist bedeckt und recht kühl (siehe dazu das Video mit Kappenwetter). Eine Stunde später passiere ich unter Maschine die Sallimgsundbroen. Die einzige Hochbrücke auf meiner Route. Die anderen vier Brücken müssen geöffnet werden. Am Mittag kommt der Wind aus einer gute Richtung und frisxht etwas auf, so dass ich noch 2 Std. Segeln kann. Um 14.00 bin ich an der Tankstelle in Struer-Hahn und tanke voll. I h mache im alten Hafen gleich nebenan fest. Ist zwar "führ Charter" aber im diese Jahreszeit und für eine Nacht egal und ich bin auch der Einzige hier.
Dienstag, 06.06.23
Struer - Lemvig
Um 09.00 lege ich ab und setzte sogleich Segel. Ich passiere die Fähre auf die Insel Venö unter Segel. Um 10.45 erwische ich quasi unter Vollgas unter Motor die Durchfahrt der Oddensundbroen. Es ist die letzte Klappbrücke für mich hier im Limfjord. Glück gehabt, sonst hätte ich eine Stunde warte. Müssen. Dann unter Fock 1 auf die Kreuz nach Lemvig bei 4-5 Bft. Um 15.00 liegeich fest in Lemvig. Ein liebliche kleine Stadt. Ein vielfältiger Hafen mmit einer guten Infrastruktur. Der Supermarkt 100 m vom Hafen, Schöne Duschen und ein fairer Preis. Ich dusche und hübsche mich auf und gehe einkaufen. Im nahe gelegenen Resaurant Luna gönne ich mir an diesem schönen Abend Fisch und Chips! Es fällt mir nun auf, dass ich seit 2 Wochen unterwegs bin und nur schönes Wetter hatte - ich Glückspilz. Eine Überraschung war noch die Nachricht von Prisca und Herbert Klaus, dass sie am nächsten Tag Th yborön anfahren, wie ich auch. Ich wusste, dass sie mit dem Wohnmobilunterwegs nach Norwegen sind. Wir verabredeten uns zum Nachtessen.

Mittwoch, 07.06.23
Lemvig - Thyborön
Der Schlag von Lemvig nach Thynorön ist schnell erzählt. 12 Sm unter Motor bei wenig Gegenwind. Ich nutzte das ruhige Wasser um meinen Kompass nachmals neu zu justieren. Die Eiinfahrt nach Thyborön ist imposant. Eine schmale Fahrrinne, riesige Windräder und ein grosser Industriehafen. Die Sportboote (dänsch Lystbade) sind im westlichsten Hafenbecken sehr geschützt untergebracht. Die Einrichtungen sind hervorragend und neu. Es ist fast ein wenig unwirklich hier. Keine besondere Tourismusdestination. Ein Platz zum arbeiten für Fischer, Bootsbauer, Motorenwerkstätten und vieles mehr. Wenn man ein Problem mit seinem Schiff hat, hier wird man sicher jemanden finden. Offenbar aber ein im Sommer beliebter Strand, Bootsausfahrten, Campingplatz und im Bau ist das neue dänische Schifffahrtsmuseum. Sehenswert ist auch die Gedenkstätte zur grossen Seeschlacht vor Thyborön im Ersten Weltkrieg. Das gemeinsame Nachtessen mit Prisca und Herbert war in einem etwas unwirklichen Lokal aber es wurde hervorragend gekocht und es schmeckte uns sehr. Nochmals herzlichen Dank Herbert, für das Bier und den anschliessende Appenzeller bei Euch im Wohnmobil. Hier bleibe ich 2-3 Tage und warte ein gutes Wetterfenster ab für den langen Schlag von 84 Sm nach Hirtshals. Ich benutzte hier auch die Gelegenheit zu waschen und zu tumblern! Duschen ist auch wieder angesagt - so richtig frisch geht es dann auf den langen Schlag. Nach dem Wetterbericht wird es wohl am Samstag Mittag losgehen und dann werde ich gegen Sonntag Mittag in Hirtshals sein. Ich warte noch ein tag, weil der Wind sich noch zu meinen Gunsten drehen wird, von NW auf NO und dadurch auch die Wellenhöhe in der Nordsee abnimmt. Das Wetter sollte auch gut sein.



10. - 11.06.23
Thyborön - Hirtshals
Der lange Sclag nach Hirtshals begann und endete gut. Dazwischen war aber viel Kampf und Mühsal! Der Wind war nicht optimal und ich musste mehrere Schläge aufkreuzen bei Böen bis zu 25 kn , das sind gute 5 Bft. Das aber alles bei einer Welle von 1.5_2.0 m war sehr unangenehm. Die Welle kam nach dem alten Wind von NW und der Neue Wind kam von NO. Die Schiffsführung verlangte alles von mir ab. Ich musste auch das 2. Reff einbinden. Einen Moment, Nachts um 23.00 überlegte ich mir den Fischereihafen Hanstholm als Nothafen anzulaufen. Ich suchte dann den Weg relativ nahe an der Küste in der Jammerbucht. Die Wellen und auch der Wind nahmen dann tatsächlich ab. In der Nacht wollte ich nicht mehr aufkreuzen, so motorte ich bis um ca. 05.00 . Danach er der Kurs bis zum Ziel wieder gut segelbar. Schlussendlich waren es für mich 94 sm in genau 24 h. Das Schiff und auch der Wind waren gut beherrschbar. Auch die Nacht war kein Problem. Es wird zurzeit nie ganz dunkel, es bleibt immer eine Dämmerung. Ich begegnete auch nicht anderen Booten oder Fischern.
Aber eine solche Kreuzsee nagt nach Stunden an der ganzen Konstitution - der Mensch ist das schwächste Glied! Ich bin ein wenig Stolz es geschafft zu haben. Unter diesen Bedingungen war es für mich leider nicht mehr möglich Fotos zu machen.
Hirtshals hat mich mit seinem Charm aber belohnt. Eine schöne Kleinstatt mit einem Schwimmanleger für die Gäste. Über eine Treppe ist man mitten im Zentrum. Viele schöne Caffees und Restaurants und gute Einkaufsmöglichkeiten. Ich gönne mir natürlich einen Hafentag und ein Restaurantbesuch zum Znacht.


Die Treppe zur Stadt beinhaltet auch ein Denkmal zur Erinnerung und Ehrung von sechs Seeleuten eines Rettungseinsatzes, die leider auf See geblieben sind..
12.-13.06.23
Hirtshals - Skagen
Die gut 30 sm beginnen früh, um 06.45. Der Start in den Motgen ist sehr schön. Leider hält der Wind nur für etwa 1.5 h und dann ist Flaute. So nehme ich den Weg rund Skagen unter Maschine unter den Kiel. Die Nordtonne vor Skagen runden wir um 13.00. D ann der Weg durch die Reede vor Skagen und um 14.30 liegen wir fest längsseits am Mittelsteg. Der urtümliche Mix aus Hochseehafen, Fischerei, Werft, Marina und Touristik gefällt mir sehr. Skagen ist wesentlich touristischer als Hirtshals und hat Einiges zu biete. Ich bleibe einen Tag und besuche mit dem Leihvelo Grenen, die nördlichste Landspitze. Selbstverständlich lasse ich mich vom Parkplatz bi s zum Strand auch mit dem Sandwurm fahren, der das schon seit 1940 macht. Morgen geht es weiter nach Laesö. Frederikshavn lasse ich aus. Die Stadt erscheint mir nicht zwingend sehenswert und der Yachthafen liegt 2 km ausserhalb.


15.06.23
Skagen - Vesterö auf der Insel Laesö
Laesö ist für mich eine Entdeckung. Hans Fritsch hat mir mehrmals erzählt. dass er jedes Jahr einmal hierhin fahren möchte, weil es ihm hier so gut gefällt - ich verstehe ihn nun. Laesö hat viel mehr zu bieten als z.B. Anholt, ist natürlich auch grösser und vielfältiger. Die 2 Tage hier haben sich wirklich gelohnt. Ich habe auch tolle Leute kennen gelernt, dänische Schweizer. Martin ist Däne aus Kopenhagen und Jeanette ist halb Dänin, aus Esbjerg, und halb Schweizerin aus Bern. In Bern aufgewachsen. Sie leben seit 1991 in Bern. Sie fahren mit ihrem Boot, eine Bavaria 37, die Larimar, seit Jahren in DK und konnten mir viele gute Hinweise geben. Es war schon speziell, als ein dänisches Schiff in den Hafen kam und die Leute drauf sich in berndeutsch unterhielten. Ich bot selbstverständlich meine Hilfe an! Eine Velotour mit der Besichtigung einer Salzsiederei und einem alten Museumshof, dessen Dach nicht wir üblich mit Reed eingedeckt ist sondern mit Seetang. Es gibt auf Laesö nur noch 30 Häuser dieser Art. Laeso hat eine sehr interessante Geschichte. Die Bewohner zeichneten sich aus durch eine hohe Anpassungsfähigkeit . Mehr mals in der jüngeren Geschichte haben sich die Lebensumstände stark verändert und die Menschen mussten sich z.T. völlig neu orientieren oder auch Einkommensquellen verschwanden und man musste neue Möglichkeiten suchen und finden. Auf Laesö war ich sicher nicht zum letzten Mal - ich komme wieder!

17.06.23
Vesterö/Laesö - Hou
Hou wurde mir von Martin empfohlen, als einer der wenigen Häfen, welche sich an der Ostküste von Jütland, auf meinem Heimweg noch als Zwischenstopp eignen und zu empfehlen sind. Hou ist ein netter kleiner und unspektakulärer Or mit einem kleineren Hafen. Die Versorgung ist aber gut. Einkaufsmöglichkeiten, schöne sanitäre Anlagen und Dieseltankstelle ist alles vorhanden!! Ich mache hier nur einen Zwischenstopp über Nacht. Morgen geht es weiter mit einem längeren Schlag von 45 sm nach Grenaa, das ich ja kenne. Auch das ist ein Zwischenstopp auf dem Weg nach Süden. Heute war Schwachwindig und sehr warm. Morgen soll es etwas mehr Wind geben.
18.06.23
Hou - Grenaa
Ja, das war wieder mal ein Tag zum vergessen. Gestartet unter Segel, mit 5-6 kn Fahrt, super Segelwetter. dann kamen abwechselnd immer wieder Flautenlöcher auf dem 46 sm-Schlag. Segel runter, Motor an, Segel rauf, Motor aus usw. und das 4 Mal! Dann kam gegen Abend auch noch grober Schwell und eine Schaukelei bei wenig oder kaum Wind mag ich einfach nicht, das nervt nur noch. Und die Spitze des Eisbergs war dann noch ein Regenschauert bei der Anfahrt nach Grenaa. So motorte ich die letzten 5 sm nach Grenaa, wo ich nach 12 h ankam. Als ich die Hafeneinfahrt passierte war wieder Sonne und kaum Wind!? Grenaa hatte viel Platz und ich fan einen guten Platz. Meine Hafenkarte, die ich letztes Mal vergass abzugeben konnte ich jetzt noch nachreichen, 70 Kronen - immerhin!
Ich möchte mich nicht wegen dem Wetter beklagen! Ich startete am 25. Mai in Augustenborg und hatte bis jetzt jeden Tag Sonne!! Das sind 3,5 Wochen schönes Wetter nonstop!

19.06.23
Grenaa - Sejerö
Start heute auch sehr früh, um 07.00 bin ich ausgelaufen. Kein Wind, spiegelglatte See als motoren. Nach dem Mittag kam dann noch ein wenig Wind und erst noch aus richtigrn Richtung, und so konnte ch die letzten Meilen doch noch segeln. Um ca. 14.00 Uhr dann die ersten Regentropfen. Die sehr leichten Regenschauer hielten bis ca. 17.00 Uhr an. Es ist jetzt dadurch etwas schwül geworden, ich habe alle Luken offen!
20.06.23
Hafentag in Sejerö
Ich habe ich in Sejerö etwas ausgeruht, ein paar Arbeiten am Schiff erledigt, eingekauft, geduscht und eine kleine Velotour an die Ostspitze der Insel gemacht. Sejerö ist eine sehr schöne und ruhige Insel. Leider haben die beiden Restaurants am Hafen erst am Wochenende und im Juli/August offen - Ferienzeit in DK! Dennoch, der Tip den schon letztes Jahr und auch dieses Jahr bekommen habe - es hat sich definitiv gelohnt. Sejerö ist sehr schön, beschaulich und noch nicht so überlaufen wie andere Orte oder Inseln.

21.06.-22.06.23
Sejerö - Nyborg
Ja, geplant war das nicht so. Ich wollte zuerst nur bis nach Kertemine segeln. Aber wie es so ist mit der Segelei, erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. Die Segelbedingungen wsren einfach optimal und so zog ich die 48 sem durch bis Nyborg. Ich war um 18.00 in Nyborg fest, brauchte als rund 11 h für diese Strecke. Es begann bedeckt, mit leichtem Wind aus NO, der Wind schlief dann fast ein und ich verlor die Geduld und startete den Motor, aber nur für ca, 30 Minuten, dann war der Wind wieder da und wechselte auf NW und ich wechselte den Bug. Vor der Insel Romsö nahm der Wind wie angesagt zu auf 4-5 Bf, inzwischen bei sonnigem Wetter und ich rauschte mit 6 Kn an Kerteminde vorbei - Richtung Nyborg. 1. Reff eingebunden und Fock 1 eingerollt und dann vor der Grossen-Belt-Brücke das 2. Reff eingebunden und Fock 2 eingerollt. Die Brückendurchfahrt musste ja nicht allzu spektakulär werden, dachte ich! :) Nach der Brücke kamen dann die Segel runter, denn die Einfahrt nach Nyborg war genau gegen den Wind. Ich fand in der Marina, ganz hinten einen tollen Liegeplatz für 2 Nächte. Eine schöne Stadt mit vielen Einkaufsmöglichkeiten, etwas zom Lädele, ein Schloss und Museen, alles was das Herz begehrt!

23.06.23
Nyborg - Omö
Die Überfahrt von Nyborg nach Omö verlief entspannt. Ich setzte zu Beginn nur die Genua. Als der Wind weiter schwächelte, setzte ich auch das Gross. So ging es dann mit flotter Fahrt von 4.5 bis 5.5 Kn direkt, ohne den Bug zu wechseln, nach Omö. Bei mässigem Seitenwind klappte auch das Anlegemanöver recht gut, auch ohne Hilfe. Der kleine Kiosk am Hafen versorgte mich mit dem Nötigsten, so dass ich nicht mal ins Dorf musste. (Milch, Orangensaft, Butter, Ristet Hot-Doc, Bier usw.) Der aufkommende Starkwind am Abend verhinderte wohl irgendwelche Festivitäten zu Sankt Hans. Auf dem Campingplatz war ein Treffen mit alten Motorrädern, das war schön anzuschauen. Die Leute von diesem Motorradclub grillten dann auch am Abend, bis dann eben der Wind kam.
24.06.23
Omö - Spodsbjerg
Spodsbjerg müsste man wegen des Ortes nicht anlaufen. Aber es ist nun mal der einzige Hafen an der Ostseite von Langeland im grossen Belt. Ich denke den Hafen zu kennen, könnte von Vorteil sein, wenn man mal im grossen Belt ein Zufluchtsort haben muss! Der nördliche Fährhafen ist für Yachten verboten. Im Yachthafen findet man aber genügend Platz. Von hier aus starten auch die recht zahlreichen Lotsenboote (Dan-Pilot) welche die Frachtschiffe hier ab dem Eingang von grossen Belt bis hoch nach Skagen betreuen bzw. einen Lotsen an Bord der Frachter bringen und auch wieder holen. Auch hier gelang das Anlegemanöver ohne Hilfe problemlos.
25.06.23 - 29.06.23
Spodsbjerg - Bagenkop
Heute herrscht die totale Flaute. So motore ich die 17 sm von Spodsbjerg nach Bagenkop. Der Süd-Strom schiebt noch mit gut 1 kn mit. Deshalb bin bereits um den Mittag in Bagenkop, das ich ja schon kenne. Ich überlege sehr lange und studiere die Wetterbericht sehr genau, denn es ist eine Sturmfront im Anmarsch! Ich könnte am Montagmorgen um 05.00 bereits losfahren um nach dem Mittag in Sonderborg zu sein. Oder ich warte bis Mittwoch oder Donnerstag in Bagenkop ab und fahre erst am Donnerstag. Einerseits ist mit Windstärke 4-6 nicht zu spassen und andererseits ist der Wind und somit die Welle gegen uns. Ich entscheide mich abzuwarten und in Bagenkop zu bleiben. Etwa um 11.00 setzt dann der Starkwind ein, etwas früher als angesagt und auch etwas stärker, zudem mit einem ausgiebigen Regenschauer! Mein Entscheid war also folglich völlig richtig, was mich ein wenig mit Stolz erfüllte. Die vereinzelt einfahrenden Crews sahen doch recht erschöpft und mitgenommen aus!
In Bagenkop bleibe ich drei Tage. Es kommt Starkwind auf mit Gewittern und bis Bft. Windstärke und das erst noch gegenan. Ich habe keine Lust am Schluss noch gegen Wind und Wellen aufzukreuzen. Am Donnerstag ist die Wetterlage wieder besser und der Wind dreht etwas südlicher. Ein optimaler Zeitpunkt denke ich.

29.06.2023
Bagenkop - Sonderborg
Meine Vermutung bestätigt sich. Ich lege relativ früh ab. Die ersten drei Stunden habe ich einen schönen Am-Wind-Kurs Richtung Sonderborg. Danach schläft der Wind leider ein und ich motore etwas mehr als zwei Stunden. Am Eingang zur Flensburger Förde setze ich nochmals die Genua für einen leichten raumen Wind Richtung Ziel. Vor Sonderburg findet noch eine Regatta mit den Folkebooten statt. Ich motore und schlängle mich durch das Regatta-Feld und erwische noch rechtzeitig die stündliche Brückenöffnung. Ich mache nördlich der Brücke am Steg längsseits fest. Bei Nord setzendem Strom gelingt mir das erst im dritten Anlauf! Die neuen Sanitären Anlagen sind schon fast fertig. Die Damen sind schon im neu renovierten Hafengebäude und die Herren haben wenigstens neue Container erhalten.
Zur Belohnung gönne ich mir im Colosseum ein königliches Abendessen.
Am Abend gibt es noch einen Rundgang durch das Veteranentreffen eines Automobil-Clubs. Dabei entdecke ich die alten Opels meiner Eltern aus ca. 1965.

30.06.2023
Sonderborg - Augustenborg
Das Finale! Um 10.00 Uhr kreuze ich die Untiefen-Tonne am Ausgang des Augustenborg-Fjord und damit meinen eigenen Kurs. Meine Dänemark-Rundreise ist damit vollendet. Grosse Genugtuung und Befriedigung erfüllt mich. Ich habe viel gesehen, schöne Landschaften tolle Häfen und das Meer in all seinen Fassetten, von still und spiegelglatt bis rau und wild. Ich hatte keine nennenswerte technischen Probleme mit dem Schiff. Die Sif hat sich zuverlässig und stabil verhalten. Ich hatte immer das Vertrauen in das Boot und nie eine kritische Situation. Ich denke das liegt aber auch daran, dass ich als Einhandsegler mich immer defensiv verhalte. Ein wenig früher reffe, ein wenig besser vorbereite und sicher auch einmal mehr im Hafen bleibe. Alleine kann ich mir einfach keinen Fehler erlauben.
Ich habe das Schiff noch besser kennen gelernt. Sein verhalten im Wind aber auch unter Maschine. Die Hafenmanöver wurden immer besser und sicherer und die Manöver bzw. das Arbeiten am Mast wurde immer effizienter, sicherer und schneller. Ein paar kleinere Optimierungen werde ich nach diesen Erfahrungen aber sicher noch vornehmen. Z.B. die Führung der Genua-Schoten, die Platzierung des Beibootes, ein neuer elastischer Sicherheitsgurt, und anderes mehr.
Ich war 39 Tage auf der Sif und habe in dieser Zeit 690 sm zurückgelegt.
Machen ist wie wollen
- nur krasser!
